Aus meinem Mergus ein paar Daten:
Familie: Belontiidae, Unterfamilie: Macropondinae
Vorkommen: Vietnam, Thailand, Sumatra
Größe: 3,5 – 4 cm
GU: beim W scheint der Laich gelblich durch die Leibeshöhle, das M hat eine etwas spitzer ausgezogene Rückenflosse
Ansprüche: Beckengröße ab 40 cm
Temp.: 24 - 28 °C
pH: 5,8 - 7
Wasser: 2 – 10 ° dGH
Artenbeschreibung (meine persönlichen Eindrücke)
Ich hatte diese kleinen Labyrinthfische in einem 45 l Becken zusammen mit Dario Dario (nicht zu empfehlen, da die Darios zu ruppig sind). Die Trichopsis pumila sind sehr ruhige Beckeninsassen. Das Männchen baut ein lockeres Schaumnest ohne Pflanzenteile. Er gibt während der kurzen Balz knurrende Laute von sich (klingt ein bisschen wie Froschquaken). Während des Geschlechtsakts umschlingt das M das W dabei stößt das W 1 – 2 Eier aus, die nach der Laichstarre vom M im Maul aufgenommen und ins Schaumnest gespuckt werden. Ich hatte einmal das Glück, dass das Männchen sein Nest direkt hinter der Frontscheibe unter eine Muschelblume gebaut hat, so dass ich ihn während der nachfolgenden Zeit der Brutpflege gut beobachten konnte. Das Männchen bewacht das Nest sehr stark, auch das Weibchen darf nicht mehr in die Nähe. Nach ca. 2 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern und bleiben aber noch im Nest, nach weiteren 2 Tagen versuchen sie, sich vom Nest zu entfernen. Das Männchen schwimmt sofort hinterher. Ich befürchtete zuerst, dass es nun die Larve frisst, aber es spuckt sie zurück ins Nest. Je älter die Kleinen werden, um so mehr hat das Männchen damit zu tun, alle wieder zurückzuholen. Bei mir hat er es leider nicht geschafft, die Larven vor den gefräßigen Darios zu schützen. Nach einigen Tagen waren alle aufgefuttert.
Die Trichopsis pumila sind in den Händlerbecken sehr unauffällige Fische. Man muss wirklich genau hinsehen, um die schöne feine Zeichnung auf den Flossen zu entdecken.
Da mir nur ein Mergus aus dem Jahr 1982 zur Verfügung steht, bin ich mit den Beckengrößenangaben persönlich oft nicht zufrieden. Für diese absolut ruhigen und sich langsam und bedächtig bewegenden Fische reicht meiner Meinung nach ein Becken mit Kantenlänge von 40 cm für die Pflege eines Pärchens aus. Die Art der Brutpflege und das deutlich hörbare Knurren während der Balz machen sie für Pfleger, die Wert auf interessante Beobachtungen bei ihren Fischen legen und nicht nur auf spektakuläres Aussehen zu einer lohnenden Anschaffung. Sie sollten nicht mit „Schnellessern“ vergesellschaftet werden, da die Trichopsis jedem Futter erst einmal bedächtig hinterher schauen, bevor sie sich entschließen, auch einmal zuzuschnappen.
Bild mit freundlicher Genehmigung von Carry