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1

Dienstag, 16. Januar 2007, 12:38

Trichopsis pumila

Aus meinem Mergus ein paar Daten:
Familie: Belontiidae, Unterfamilie: Macropondinae
Vorkommen: Vietnam, Thailand, Sumatra
Größe: 3,5 – 4 cm
GU: beim W scheint der Laich gelblich durch die Leibeshöhle, das M hat eine etwas spitzer ausgezogene Rückenflosse
Ansprüche: Beckengröße ab 40 cm
Temp.: 24 - 28 °C
pH: 5,8 - 7
Wasser: 2 – 10 ° dGH

Artenbeschreibung (meine persönlichen Eindrücke)
Ich hatte diese kleinen Labyrinthfische in einem 45 l Becken zusammen mit Dario Dario (nicht zu empfehlen, da die Darios zu ruppig sind). Die Trichopsis pumila sind sehr ruhige Beckeninsassen. Das Männchen baut ein lockeres Schaumnest ohne Pflanzenteile. Er gibt während der kurzen Balz knurrende Laute von sich (klingt ein bisschen wie Froschquaken). Während des Geschlechtsakts umschlingt das M das W dabei stößt das W 1 – 2 Eier aus, die nach der Laichstarre vom M im Maul aufgenommen und ins Schaumnest gespuckt werden. Ich hatte einmal das Glück, dass das Männchen sein Nest direkt hinter der Frontscheibe unter eine Muschelblume gebaut hat, so dass ich ihn während der nachfolgenden Zeit der Brutpflege gut beobachten konnte. Das Männchen bewacht das Nest sehr stark, auch das Weibchen darf nicht mehr in die Nähe. Nach ca. 2 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern und bleiben aber noch im Nest, nach weiteren 2 Tagen versuchen sie, sich vom Nest zu entfernen. Das Männchen schwimmt sofort hinterher. Ich befürchtete zuerst, dass es nun die Larve frisst, aber es spuckt sie zurück ins Nest. Je älter die Kleinen werden, um so mehr hat das Männchen damit zu tun, alle wieder zurückzuholen. Bei mir hat er es leider nicht geschafft, die Larven vor den gefräßigen Darios zu schützen. Nach einigen Tagen waren alle aufgefuttert.

Die Trichopsis pumila sind in den Händlerbecken sehr unauffällige Fische. Man muss wirklich genau hinsehen, um die schöne feine Zeichnung auf den Flossen zu entdecken.

Da mir nur ein Mergus aus dem Jahr 1982 zur Verfügung steht, bin ich mit den Beckengrößenangaben persönlich oft nicht zufrieden. Für diese absolut ruhigen und sich langsam und bedächtig bewegenden Fische reicht meiner Meinung nach ein Becken mit Kantenlänge von 40 cm für die Pflege eines Pärchens aus. Die Art der Brutpflege und das deutlich hörbare Knurren während der Balz machen sie für Pfleger, die Wert auf interessante Beobachtungen bei ihren Fischen legen und nicht nur auf spektakuläres Aussehen zu einer lohnenden Anschaffung. Sie sollten nicht mit „Schnellessern“ vergesellschaftet werden, da die Trichopsis jedem Futter erst einmal bedächtig hinterher schauen, bevor sie sich entschließen, auch einmal zuzuschnappen.

Bild mit freundlicher Genehmigung von Carry
»Petra« hat folgendes Bild angehängt:
  • trichopsis-pumila.jpg
Viele Grüße Petra

2

Dienstag, 16. Januar 2007, 14:36

RE: Trichopsis pumila

Hallo Petra,

Danke für Deinen tollen Bericht, ich bin immernoch der Meinung, das diese Art der schönste Großfisch für ein Nanobecken ist.

Die Eleganz und Farbigkeit dieser Art offenbart sich meist erst bei Seitenlicht, wenn er silberblau glänzt und leuchtend türkisblaue Augen hat.

In einem Trupp Männchen benimmt sich dieser Fisch deutlich weniger dezent. Es wird dauernd imponiert, geknattert und die Konkurrenz in den Blätter-Wald gejagt, wobei sich eine Art Hirarchie zwischen den Tieren ausbildet.
Die Fische lieben es auch im Schatten unter Blättern zu stehen oder sich ins Pflanzendickicht zurückzuziehen.
Beim Verfüttern von Lebendfutter zeigen die Tiere dann ihr ausgeprägtes Jagdverhalten und schießen blitzschnell aus der Pflanzenecke zum Futtertier.

Während für ein Pärchen auch Kleinbecken möglich sind, sollte man für einen kleinen Trupp sehr großzügig denken und den Nanobereich verlassen.

LG Carry
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

3

Dienstag, 16. Januar 2007, 19:15

RE: Trichopsis pumila

Hallo Knurrer,

den Burschen hätte ich auch gerne, nach den Berichten... Leider habe ich keinen Platz mehr :(
Also musst du mit den Mikroaufnahmen des Knurrens ran, ich schicke dir gerne den Bauplan für ein Hydrophon :D
Bitte mache Deine fällige Amazon-Bestellung über diesen Link und fördere so das Forum und dessen Wettbewerbe:

4

Dienstag, 16. Januar 2007, 23:28

RE: Trichopsis pumila

Hallo Hydrophonist,

die Idee wäre gut, wenn das Knurren nicht Zimmerlautstärke hätte!
Mit einem Hydrophon bekommst Du beim Abhören vermutlich einen Herzinfarkt, weil es so laut wird - wie ein kleines Maschinengewehr. :D

LG Carry
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

Markus Schulz

unregistriert

5

Mittwoch, 21. Februar 2007, 14:23

Moin,

seit Montag schwimmen bei mir 4 T. pumila im 60-cm-Becken. Ich bin wirklich begeistert von den kleinen, filigranen Fischen.
Allerdings bekomme ich es nicht tichig heraus, wie die Geschlechter zu unterscheiden sind.
Vom Verhalten bemerke ich momentan nicht wirklich Unterschiede. Zwischendruch glucken alle 4 zusammen und machen einen auf Schwarmfisch (müssen sich ja auch erst eingewöhnen).
Habt ihr Tipps zur Geschlechterunterscheidung?

6

Mittwoch, 21. Februar 2007, 14:24

Hallo,

entschuldigung der obere Beitrag war von mir- mein Liebster war nur noch an meinem Rechner eingeloggt.
Grüße Line

7

Mittwoch, 21. Februar 2007, 14:33

Hallo Line,

am einfachsten ist die Unterscheidung anhand der Rückenflosse. Wie Du auf meinen Foto erkennen kannst, ist sie beim Männchen sehr lang und spitz zulaufend. Bei Jungtieren kann es schwieriger werden, aber bei einem Trupp von 4 Fischen sollten einem die Unterschiede leichter auffallen - vorausgesetzt, es ist eine gemischte Gruppe.

Auf Deinem Foto ist gerade diese Flosse nicht gut zu erkennen.

LG Carry
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

8

Mittwoch, 21. Februar 2007, 14:38

Hallo Carry,

vielen Dank für die rasche Auskunft.
Momentan würde ich in meinem Becken auf 3/1 tippen... allerdings sind die Tiere auch noch recht klein.
Grüße Line

9

Samstag, 24. Februar 2007, 09:40

Hallo Line,
die Geschlechter zu unterscheiden ist oft schwieriger als gedacht.

Das "durchleuchten"der Tiere in einem kleinen,durchsichtigen Wasserbehälter sollte da Klarheit bringen.
Beim weiblichen Tier hebt sich der Eierstock dunkel ab.

Gruß

Karsten

10

Mittwoch, 7. März 2007, 17:19

Hallo Karsten,

vielen Dank, hab ich gemacht- und es stellte sich heraus, dass ich 3 Kerle und ein Mädel hatte.
Drum wurde noch eine junge Dame dazu gesetzt.

Seit vorhin wird fleißig Umschlungen und ins Schaumnest gebracht: ist ein unglaublich schönes Schauspiel, vorallem recht zuschauerfreundlich.
Grüße Line

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Line« (7. März 2007, 17:20)


11

Mittwoch, 7. März 2007, 17:23

Klasse, gratuliere!
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

12

Montag, 12. März 2007, 14:26

Hi,

es hat nur zwei Tage bis zum Schlupf bei 26 bis 27 Grad gedauert. Ich habe ca. 25 Tiere separiert und in eine Plastikschale in das Becken gehängt.
Die restlichen Tiere wurden bis vorhin recht aufmerksam bewacht, inzwischen ist die Bewachung durch das Männchen erheblich lockerer.
Seit gestern konnte ich den Dottersack nicht mehr erkennen- auch wurde die Larven erheblich aktiver. Seitdem gibt es Esslöffelweise Pantoffeltierchen- als Ausgleich dazu auch zwei Mal am Tag Wasserwechsel und Abpinseln des Bodens (was bei nicht ganz nem halben Liter fix geht).

Die im Becken verbliebenen Larven zockeln ein wenig durch das Becken- die erwachsenen T. pumila scheinen ihnen nicht nachzustellen.

Das Paar unterdrückt die anderen 3 Artgenossen leicht- massive Aggressionen, wie es manchmal im Netz zu lesen ist, konnte ich nicht feststellen.
Grüße Line

13

Montag, 12. März 2007, 20:02

RE: Trichopsis pumila

Hallo Petra

Zitat

Original von Petra
Da mir nur ein Mergus aus dem Jahr 1982 zur Verfügung steht, bin ich mit den Beckengrößenangaben persönlich oft nicht zufrieden. Für diese absolut ruhigen und sich langsam und bedächtig bewegenden Fische reicht meiner Meinung nach ein Becken mit Kantenlänge von 40 cm für die Pflege eines Pärchens aus.

Bin leider jetzt erst auf Deinen schönen Bericht aufmerksam geworden
und wollte nur mitteilen, dass in meinem Mergus (12. TBausgabe)
als BL 40cm angegeben ist.

Viele Grüße
Ralf

14

Montag, 12. März 2007, 20:08

RE: Trichopsis pumila

Zitat

Original von carry
... ich bin immernoch der Meinung, das diese Art der schönste Großfisch für ein Nanobecken ist.




Hallo Carry!

GROßfisch?!?
Hmmmh, den hab ich neulich bei einem Händler gesehen, und ich dachte mir schon "Mensch, sind die klein!"
Ich muss mich wahrscheinlich noch von meinem großen Becken umgewöhnen.. :D

Aber die hab ich auch schon in die engere Auswahl genommen. Sehr hübsche Fischchen.


Liebe Grüße
Sabine

15

Samstag, 24. März 2007, 13:16

Huhu,

inzwischen wird bei mir das 7 oder 8 Nest bewacht. Die kleinen Knurrer mutieren zu richtigen Nachwuchsproduzenten.

Das Becken ist bei mir ungefiltert und der Heizer auf 25 Grad eingestellt. Dadurch ergibt sich ein fühlbarer Temperaturunterschied von oben nach untern.
Der Leitwert liegt bei 350, der Ph um den Neutralpunkt. Die Tiere sind bei mir etwas mäkelig mit dem Futter. Aber alles was klein ist und zappelt wird gerne genommen- außer die eigenen Larven.

Bei mir sind sie recht ruppig gegenüber anderen Fischen. Ich hatte ein paar Tage eine Apistogramma-Dame in das Becken gesetzt- und die hatte gar nicht viel zu lachen, wenn sie in die Nähe eines Geleges kam. Auch sind die Tiere unglaublich neugierig. Sobald ich mal einen Arm in das Becken stecke picken sie mir daran rum, ziehen an den Haaren, komme ich zu nah an das Nest, werde ich massiv bedroht. Ein lustiges Bild!

Ich würde auch sagen, dass die abgegebenen Eipakete des Weibchens mehr Eier umfassen muss als 1 bis 2. Erstmal sind sie sehr deutlich zu sehen. Beim einem Mal habe ich mitgezählt- das Paar umschlang sich 23 Mal- es waren schätzungsweise über 100 Jungfische.
Die Brutpflege wird bei mir nach 4 bis 5 Tagen aufgegeben. Dann folgt ein Tag, an dem die Karten neu gemischt werden und abermals beginng ein Paar mit dem Liebesspiel.
Sie scheinen auch recht- polygam zu sein. Das bewachende Männchen baute kürzlich in der Nähe des ersten Schaumnest ein zweites und turttelte mit der anderen Dame herum. Jedoch dauerte dieses Liebesspiel nur kurz- das Nest war sehr klein.
Im Moment kollaboriert die Dame, die eigentlich den Großraum um das Nest bewachsen sollte mit einem anderen Herren. In dem Becken ist wirklich immer was los.

Als Beifische habe ich eine kleine Hemiloricaria-Art, vermutlich cf. eigenmanni, nur sehr viel kleiner. Die kommen sich nicht ins Gehege. Freischwimmende Beifische würde ich aus verschiedenen Gründen nicht einsetzen.
Grüße Line

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Line« (24. März 2007, 13:17)


16

Dienstag, 4. Dezember 2007, 22:21

Hi,

ist euch etwas darüber bekannt, dass die knurrenden Zwerge für Pilzbefall besonders anfällig sind?

Ich habe seit ein paar Wochen ein Pärchen in einem Gesellschaftsbecken von 150 Litern zusammen mit Ringelhechtlingen und Perlhuhnbärblingen.

Vor zwei Wochen habe ich bei einem der beiden einen starken Pilz/Schimmelbefall an der Schwanzflosse festgestellt. Seit dem habe ich den kleinen Kerl in einem 12-Liter Becken separiert und behandle mit esha2000.
Gebessert hat es sich bisher kaum.
Er verhällt sich völlig normal und frisst auch.

Heute habe ich nun bei dem anderen Zwerg auch einen leichten Befall an der Schwanzflosse entdeckt.

An allen anderen Bewohnern ist nichts festzustellen.

Habt ihr einen Tipp für mich wie ich den beiden helfen kann?
Mir fällt sonst nur noch ein Salzbad ein... :(

Bin für Rat dankbar

LG
Bianca

17

Mittwoch, 5. Dezember 2007, 23:58

Hallo Bianca,

nein, von anfällig für Pilze kann gar keine Rede sein. Sehr verwunderlich ist, dass in so einem großen Becken mit geringer Besatzdichte überhaupt eine derartige Erkrankung entsteht.

Bevor die Erkrankung weiter voranschreitet solltest Du die klassische Salz bzw. Ektozoon-Behandlung durchführen. Gutes Lebendfutter während der Therapie unterstützt das Immunsysthem.

Du solltest auch die Wasserwerte im Becken überprüfen und einen größeren Wasserwechsel machen. Seemandelbaum-Blätter, Erlenzäpfchen und frische Bananenblätter eignen sich gut zur Pilzprophylaxe im Aquarium.

Viel Erfolg!

LG Carry

PS: sollte keine Besserung eintreten, handelt es sich vermutlich nicht um einen Pilz
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

18

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 13:12

Hallo Carry!

Seltsam und verwunderlich...ja, allerdings.
Erlenzäpfchen und SBB habe ich immer im Becken und werden auch regelmäßig erneuert.

Es betrifft auch nur die beiden Guramis. Weder bei den Ringelsocken noch den Perlhühnern ist irgendetwas zu entdecken.

Die Wasserwerte (KH, PH) sind unverändert und Nitrit nicht nachweisbar.

Wenn es kein Pilz ist... was könnte es sonst sein?
Betroffen ist nur die Schwanzflosse.
Es ist ein richtiger Belag auf der Flosse zu sehen, aber nur auf einer Seite und nicht auf beiden.

Dankbare und weiterhin ratlose Grüße

Bianca

19

Donnerstag, 6. Dezember 2007, 14:00

Hi,

schau mal hier ob Du etwas findest was dem entspricht. Sonst wäre ein Foto schon sehr hilfreich! Oft gibt es auch Mischinfektionen aus Pilz/Bakterien.

Ferndiagnostik ist mehr ein Ratespiel als eine Hilfe, daher wäre ein gutes Nahfoto sehr hilfreich. Aber selbst dann kann man nur einen Verdacht aussprechen.
Ich habe früher hartnäckige Fälle lokal behandelt, also den Fisch im Kescher herausgehoben und eine konzentrierte Lösung mit Pinsel oder Q-tip direkt auf die befallene Stelle getupft. 30 Sekunden Einwirkdauer und dann wieder zurück ins Becken. Bei Mischinfektionen kann man auch gut Hexoral auftupfen (Chlorhexidin). Nach 30 sek. hat es einen schönen Wirkspiegel in der Schleimhaut (aber nie auf die Kiemen oder aufs Auge! Mit trockenem Q-Tip Barriere bilden damit nichts dort hin läuft!)

Mit Salz machst Du sicher keinen Fehler. Wenn es nicht funktioniert, sehen wir weiter.

Viel Erfolg!

LG Carry
Ich weiß, dass ich nichts weiß! Sokrates, 450 v. Chr.

20

Samstag, 15. Dezember 2007, 15:23

Huhu,

wo ich das gerade sehe, dass oben die Laute besprochen wurden:

Hätte da noch was beizutragen, wenn man bis 1:15 vorspult kann ma sie hören. *Klick*

Greetz Talli

PS: Ich hab auf meiner HP auch was zu ihnen geschrieben, allerdings hatten sie weniger Pilzerkrankungen als TBC :rolleyes: