Hallo Garnelen-Jonny
Erste Frage: Was für Pflanzen hast Du eingesetzt?
Dir muss klar sein dass ein so kleines Becken schwer zu händeln ist, und Pflanzen zwar grundsätzlich der wichtigste Bestandteil eines AQ sind, sie aber auch genauso viel Schaden anrichten können. Davon ab wuchern sehr viele Pflanzen ganz enorm, was nicht nur bedeutet dass Du u.U. sehr viel Pflanzenpflege betreiben musst (gerade in so einem kleinen Becken, um überhaupt noch was von seinen Garnelen zu sehen), sondern auch bedeutet dass diese u.U. sehr viel verbrauchen an Sauerstoff und Nährstoffen, abhängig von Belüftung und Beleuchtungsphasen etc. Um nur einiges zu nennen.
Desweiteren:
Die Einlaufzeit ist so eine Sache - kann grundsätzlich nicht wirklich einstimmig beantwortet werden, und ist so oder so sehr kontrovers. Viele schwören auf eine Einlaufzeit von mind. 2 Wochen, nicht selten zwischen 4 - 6 Wochen. Andere, wie ich bspw., sehen das etwas lockerer, und arbeiten völlig ohne. Fakt ist aber - und da würde ich im Leben NIE widersprechen, dass eine Einlaufzeit von ca. 6 Wochen IMMER optimal ist, bzw. je länger desto besser. Unabhängig vom Besatz. Weil sich das biologische Klima somit einfach völlig selbst und auch verlässlich einschiesst auf ein verwendbares bis optimales Maß.
Viel wichtiger als die Einlaufzeit selber aber sind die Wasserwerte ab Hahn, insbesondere Chloride und Metalle. Bei besonders hohen Werten hilft Dir da auch die längste Einlaufzeit manchmal nix. Ich persönlich halte nicht viel davon ständig seine Wasserwerte zu kontrollieren, aber diese Dinge sollten auf jeden Fall vorher bekannt sein, und falls sehr hoch auch kontrolliert werden. Nichts ist tödlicher für Deine Garnelen als ein zu hoher Metallgehalt im Wasser (und zu hoch kann hier schon eine recht geringe Menge Kupfer sein).
Jetzt hast Du dein Wasser aufbereitet.
Ja - blöd. Bei einem AQ mit Fischen sicher nicht verkehrt, ich habe inzwischen mit den gleichen Produkten wie Du sie verwendet hast aber kürzlich erst nur negative Erfahrungen gemacht.
Das Problem bei der Verwendung von JBL Wasseraufbereitern (*zum direkten Besatz* - haha - dass ich nicht lache) ist der dass Du dein Wasser *künstlich* veränderst. Ich sage gerne "verseuchen" - denn nach meiner Erfahrung ist es nichts anderes. Das erfordert nun zwangsläufig, nicht zuletzt durch die Starterbakterien, eine Einlaufzeit die auch kontrolliert werden sollte.
Mein Tip wäre:
AQ komplett nochmal ausräumen.
Sand/Kies etc. gründlich auswaschen, am besten wässern.
Pflanzen eine Woche wässern, mit regelmässigem Frischwasser.
Wasser ab Leitung abfüllen, und ein paar Tage stehen lassen.
Danach den gründlich gespülten Sand/Kies einfüllen, das Standwasser zu 8/10 einfüllen, und nach einer Woche eben die gewässerten Pflanzen einsetzen.
Danach sollte es eigentlich keine grösseren Probleme mehr geben.
Ergibt eine *Einlaufzeit* von einer Woche, abhängig vom Wässern der Pflanzen.
Das was sich danach im AQ tut ist für die Garnelen eher uninteressant, die kommen damit klar. Du solltest einfach nur darauf achten dass die Pflanzen nicht
zu stark wuchern, weil sie sonst negative Auswirkungen haben könnten (also möglichst anfangs immer schön auf gleicher Länge halten). So mache ich das
jedenfalls, und hatte noch nie Probleme damit.
Aber wie gesagt: Einlaufzeit von mehreren Wochen ist grundsätzlich nie verkehrt!!!
Die Abdeckung brauchst Du nicht wirklich, ausser Du hast hochwachsende Pflanzen. Ansonsten ist sie eher unnütz, kann sogar schädlich sein, weil sich darunter die Wärme staut und ein entsprechender Austausch (Sauerstoff etc) schwer sattfinden kann (je nachdem wie sie gebaut ist halt). Bekommt das AQ ausreichend Tageslicht ist auch die Lampe unnötig - sie erhitzt das Wasser nur unnötig (mehr als 24 Grad sollten es auf keinen Fall sein, erfahrungsgemäss geht es den Garnelen besser je kälter das Wasser ist).
Das mit dem Filter ist auch so eine Sache:
Bei richtiger Bepflanzung vs. Beleuchtung ist selbst der unnötig, zumal die meisten Filter zu grob sind und die Garnelen (insb. Junggarnelen) einsauen könnten.
Einmal wöchentlich ein kleiner Teilwasserwechsel von ca 10% reicht meiner Erfahrung nach völlig aus um den Filter, der nur Strom frisst und Lärm macht, völlig zu ersetzen.
Das mit den Schnecken:
JA - auf jeden Fall, und möglichst früh. Nicht nur weil man an denen merken könnte wie es um das Wasser bestimmt ist, sondern weil die auch sehr viel zum Gleichgewicht beitragen indem sie überschüssiges Zeugs vertilgen das sonst das Wasser
belasten würde (abgestorbene Pflanzenreste etc).
Du kannst natürlich auch einfach zwei oder drei Garnelen einsetzen und schauen was passiert - gehen sie ein, dann war es zu früh ^^
Jetzt werde ich gleich gesteinigt ;-)
Grüsse