Nun will ich mal meine eigenen Erfahrungen zur Gattung Tylomelania beisteuern. Ich halte die Tiere jetzt seit ca. 10 Monaten. Allerdings habe ich teilweise andere Erfahrungen gemacht als im Netz angegeben.
Beschreibung:
Meine Tiere drei erworbenen Tiere hatten alle Korrosionsschäden am Gehäuse, wie im Netz oft angegeben. In meinem harten Wasser konnten sie das jedoch teilweise wieder reparieren. Die Farbe würde ich bei braun-oliv einordnen. Die Häuser sind rechts gewunden und mit Rillen versehen. Die Tiere besitzen einen Deckel zum Verschließen des Gehäuses. Der Körper und der Fuß meiner Schnecken sind grau und mit schmutzig gelben Streifen und Punkten versehen. Die Fühler sind gerade und an deren Basis sitzen die Augen. Die Jungtiere sind zunächst Anthrazit. Das wachsende Gehäuse wird zunehmend heller (oliv) und hat an den Innenseiten jeder Windung ein helles Band.
Haltung:
Oft ist zu lesen, dass man die Tiere bei ca. 30 °C halten soll. Das halte ich, zumindest für meine Art, für übertrieben. Ich halte die Tiere bei 23°C im Winter und im Sommer stieg die Temperatur nur auf 25°C. Unwohl schienen sich die Schnecken keineswegs zu fühlen. Sie sind den ganzen Tag unterwegs um etwas Fressbares zu suchen.
Bei mir ist Sandboden und Kies (2 – 4 mm) im Becken und beides wird auch „belaufen“. Im Sand graben sie sich auch zeitweise ein. Dies geschieht aber nicht sehr oft und nicht sehr tief. Auch an den Scheiben halten sie sich auf und lassen sich manchmal fallen. Einmal konnte ich auch beobachten wie eine das Wasser verlassen hat. Keine Ahnung was die gesucht hat?
Vergesellschaftung:
Ich halte meine Tiere in einem Gesellschaftsaquarium mit Neonsalmlern, marmorierten Panzerwelsen, und Amanogarnelen. Die Schnecken scheinen sich keineswegs gestört zu fühlen und schnecken den ganzen Tag umher. Selbst wenn es mal Berührungen zwischen den Panzerwelsen oder den Garnelen mit Ihnen gibt, zucken sie nur kurz und schnecken kurz darauf weiter.
Wasserwerte:
Die Werte in meinem Aquarium sehen wie folgt aus.
°C 22 - 25
pH 7,6
KH 11
GH 13
NO3 40
PO4 1,0
Ammonium, Nitrit und Kupfer sind bei 0, der Rest wird nicht gemessen.
Futter:
Gefressen wird so ziemlich alles. Sämtliches Fisch(trocken)futter (wenn sie denn mal schnell genug da sind), Gurke, Brennnessel, Paprika, Eichenlaub, Frostfutter (bei mir rote und schwarze Mückenlarven) und sicher noch vieles mehr. In einem anderen Artikel von mir hatte ich erwähnt:
Zitat von mir selbst
Vorsicht! Die geht auch an die Pflanzen. An
Echinodorus,
Cryptocorynen und
Hornkraut gehen sie nicht (meine Erfahrung in meinem Becken).
Vallisnerien,
Hygrophila und
Lotus haben sie aber völlig zerlegt.
Da kann ich mir leider nicht mehr zustimmen. Man soll halt nicht immer alles verallgemeinern! Nach genauerer Betrachtung gehen sie sehr wohl an diese Pflanzen. Je nach Art, aber unterschiedlich gern. An meiner
Cryptocoryne, unbekannter Art, habe ich kleine Löcher gefunden. Wobei ich nicht sagen kann ob es die Tylo´s waren, da noch PHS und andere Schnecken in dem Aquarium sind. Ich habe sie jedoch nie daran gesehen.
Andere Erfahrungen bei mir:
Sagittaria pusilla wird gelegentlich aufgesucht, scheint aber nicht besonders zu schmecken. Bei
Echinodorus uruguayensis sieht es ähnlich aus.
Echinodorus „Ozelot“ wurde am Anfang gern besucht, kann jetzt aber keine Fraßschäden mehr feststellen.
Echinodorus „Roter Oktober“ ist relativ neu im Becken und nur noch halb so groß. Ich hoffe bei ihr gewöhnen sie sich das Fressen auch ab.
Echinodorus parv. Tropica hat auch schon einige Schäden hinnehmen müssen; besonders die fleischigen Stängel. Ich lasse sie jedoch noch im Becken. Und
Isoetes velata musste ich ausquartieren, da sie innerhalb kürzester Zeit fast alle Stängel abgenagt hatten.
Ceratopteris … hatten sie auch zum fressen gern. Allerdings bekommen sie bei mir nur sehr unregelmäßig Futter, könnte also reiner Futtermangel sein. Ich denke also, da wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen müssen.
Vermehrung:
Laut Internet sind die Tiere wohl getrennt geschlechtlich. D.h. es gibt Männchen und Weibchen. Die Weibchen entlassen wohl alle 6 – 8 Wochen ein fertig entwickeltes Jungtier, das zunächst noch in einer Eihülle verborgen ist, die sich aber mit Kontakt zum Wasser auflöst. Leider habe ich das bisher nicht beobachten können. Den Zeitinterwallen kann ich bei meiner Art aber nicht zustimmen! Ich hatte zwei Schnecken erworben und schon nach ca. 5 Wochen hatte ich 10! Jungschnecken von ca. 5mm Größe im Becken. Das heißt, selbst wenn ich zwei befruchtete Weibchen erworben hatte, haben sie im Schnitt alle 7 Tage ein Jungtier entlassen!
Später habe ich noch die letzte Schnecke von dem Zoohandel erworben; in der Hoffnung ein Männchen darunter zu haben. Bis jetzt geht die Vermehrung weiter. Ich weiß jedoch nicht wie lange sie den männlichen Samen speichern können. Eine evtl. Paarung habe ich fotografieren können. Leider lagen die Tylo`s an der Seitenscheibe, wo ich mit der Kamera nicht so gut hinkam.